www.beautiful-witch.de

Tigger & Süße, die leider schon über die Regenbogenbrücke gehen mussten litten unter Encephalitozoon Cuniculi kurz auch E. Cuniculi genannt oder auch bekannt unter der Schiefkopfkrankheit. Aus diesem Grund möchte ich auch hier darauf eingehen, denn viele Krankheitsanzeichen werden oftmals falsch gedeutet, da die Symptome teilweise die selben sind wie bei einer Tumorerkrankung. Generell empfehle ich egal bei welcher Erkrankung mit dem Kaninchen zu einem Tierarzt zu gehen, der sich auf Kaninchen spezialisiert hat. Eine Liste  dazu findet man auch auf der Homepage der Kaninchenhilfe oder man ruft direkt beim Tierarzt an.


Bei E.Cuniculi handelt es sich um einzelliges, pilzartiges Lebewesen, welches sich in den Zellen des Tieres einnistet.

Der Parasit siedelt sich vor allem im Zentralen Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) sowie auch den Nieren des Tieres an.


Übertragung/ Ansteckung:

E. Cuniculi ist noch nicht ausreichend erforscht.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt der Erkrankung werden vom befallenen Tier Sporen des Erregers über den Urin und den Kot ausgeschieden. So nehmen Tiere im gleichen Gehege die Erreger mit dem Futter, welches am Boden liegt, auf. Der Erreger kann auch über die Atemwege (Nase/Lungen) aufgenommen werden. Ebenso wird er vom Muttertier auf die Jungtiere übertragen (die Übertragung erfolgt schon im Mutterleib).

Es handelt sich bei der E. Cuniculi um eine Zoonose, die Erreger befallen verschiedene Säugetiere wie Ratten, Mäuse, Hamster, Schafe, Schweine, Hunde etc., von daher sollten befallene Tiere von anderen Tieren isoliert werden. Für den Menschen besteht nur dann eine Ansteckungsgefahr, wenn er selber stark erkrankt ist und eine Immunschwäche vorliegt.

 

Symptome:

Folgende Symptome können auf E. Cuniculi hinweisen, es sollte dennoch ein TA hinzugezogen werden. Dieser führt eine Blutuntersuchung.
 

  • Auffälligstes, typischstes Anzeichen: der Kopf wird schief/ verdreht gehalten weshalb die Krankheit auch Schiefhals, bzw englisch "Head Tilt" genannt wird. Kopfschiefhaltung kann allerdings ebenfalls als Folge von Ohrenentzündungen, Parasitenbefall im Ohr und aufgrund von Tumoren vorkommen.

  • Oft Verlust des Gleichgewichtssinnes. Angezeigt durch Umkippen beim Putzen und Männchen machen, Desorientiertheit, im Kreis laufen.

  • Kopf / Ohren schütteln. Dies kann ebenfalls auf Tumore, Ohrenentzündungen und Parasitenbefall hinweisen.

  • Lähmungserscheinungen, oft der Hinterläufe. Lähmungserscheinungen können ebenfalls durch Verletzungen und Stauchungen der Wirbelsäule oder durch Blähungen hervorgerufen werden.

  • Bauchgluckern, Aufgasung, große Köttel, manchmal Durchfall bei Jungtieren mit Wachstumsverzögerung. Deshalb ist unbedingt auch Kotprobe auf Kokzidien mit abzugeben!

  • Evtl. Kopf in Nacken legen und Mäulchen aufreißen.

Die Tierärzte welche die richtige Diagnose stellen, wissen oft nicht, dass ein Anti- Wurmmittel wichtiger als die Gabe eines Antibiotikums ist. Diese Erkenntnisse sind erst ein paar Jahre alt und Tierärzte, die sich nicht fortbilden oder nicht auf Kaninchen spezialisiert sind, sind nicht auf dem neuesten Stand. Andere Erkrankungen, welche diagnostisch ausgeschlossen werden müssen, kommen bei der obigen Symptomatik natürlich ebenso in Frage (Mangelerscheinungen, falsche Ernährung, Verrenkungen und Knochenbrüche etc.)

 

Behandlung:

Treten diese Symptome auf, muss sofort gehandelt werden. Es ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen egal, ob Nachts oder am Wochenende! Nur durch eine sofortige Behandlung können massivere Schäden am Nervensystem verhindert werden!

  • Während auf das Blutergebnis gewartet wird, sollte vorsorglich ein Anti- Wurmmittel (Anthelminthikum, z.B. Panacur) gegeben werden. Dieses ist das wichtigste Medikament bei der Behandlung von E.Cuniculi, da es den Parasiten abtötet. Nebenwirkungen von Panacur (bei richtiger Dosierung) sind bei erwachsenen, nicht tragenden, gesunden Tieren nicht bekannt. Bei trächtigen Tieren kam es in Tierversuchen, bei starker Überdosierung, sehr selten zur Beeinträchtigung der Embryo-Entwicklung.

  • Ist die Diagnose (Ergebnis des Bluttests) eindeutig positiv ausgefallen, wird Panacur, oder ein ähnliches Mittel (Anthelminthikum), mindestens 3 bis 4 Wochen lang täglich gegeben. (Nach Absprache mit dem Tierarzt). Bei häufigen Rückfällen haben führende Tierärzte das Medikament auch schon auf Lebenszeit verordnet.

  • Ein hochdosiertes Vitamin B muss ebenfalls verabreicht werden.

  • Die Gabe eines Antibiotikums gegen die Sekundärinfektionen kann sinnvoll sein und sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden (im Allgemeinen wird zu Chloramphenicol geraten).

  • In einzelnen Fällen ist die Gabe von Cortison sinnvoll. Ob das sinnvoll und notwendig ist, muss im Einzelfall entschieden werden, da Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können.

Oft bleiben nach E.cuniculi dauerhafte Schäden , z.B eine leichte Kopfschiefhaltung zurück, mit der die Tiere aber gut klar kommen.

Andere im Rudel lebende Kaninchen ohne Krankheitsanzeichen müssen vorsorglich gleichzeitig ebenfalls ein Wurmmittel bekommen, da E. Cuniculi ansteckend ist!

 

Eine Impfung ist leider nicht möglich, es müssen in einem Rudel aber nicht alle Tiere erkranken! Der Erreger sitzt zwar in den meisten Fällen in den Tieren, die Krankheit muss aber nicht zum Ausbruch kommen.

Eine regelmäßige Kontrolle auch durch de TA ist sehr sinnvoll!


Meine Fellnasen bekommen inzwischen jedes Halbe Jahr vorsorglich eine Wurmkur.

Tigger und Süße haben es trotz langem Kampf nicht geschafft, sie sind nun zusammen im Regenbogenland.

Es war ein langer und tragischer Weg, nach der Behandlung ging es ihnen immer wieder monatelang gut, wenn der Ausbruch wieder kam, war er jedoch noch stärker als zuvor. Süße war am Schluß (obwohl sie noch gefressen hat) unter 900g abgemagert, sie hatte keine Kraft mehr, ich habe mich dann schließlich entschieden sie gehen zu lassen und war bis zur letzten Minute bei ihr.

Tigger schaffte den Kampf etwas länger, jedoch ist er ihr dann gefolgt.

Es tut weh, sein Tier so leiden zu sehen, auch wenn der Abschied schwer fiel und mit vielen Tränen verbunden war kann ich heute sagen, dass ich das richtige getan habe!

Denn E. Cuniculi ist auch trotz Behandlung nicht dauerhaft heilbar!

 

Quelle: www.diebrain.de

www.beautiful-witch.de