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Viele Kaninchenbesitzer machen sich nicht groß Gedanken um die Ernährung ihrer Fellnäschen, sie bekommen das was übrig bleibt an Gemüse und Obst, doch Kaninchen haben auch ihre Ansprüche.

Getreidefütterung:

Was nicht auf den Speiseplan eines Kaninchens gehört ist Getreide!

Kaninchen kommen in freier Wildbahn höchstens in der Erntezeit an Getreide, sie benötigen diese Energie nicht und wenn dann nur begrenzt, wenn sie in Außenhaltung leben und ein starker Winter herrscht. Auch Zuchttiere haben einen höheren Energiebedarf.
Die meisten im Handel erhältlichen Trockenfuttersorten enthalten zuviel Fett, Zucker und Stärke und sind schwer verdaulich.

Oft wird als Folge von Trockenfutterfütterung Übergewicht genannt. Es ist richtig, dass die meisten Tiere auf eine Überfütterung mit Trockenfutter, verbunden mit Bewegungsmangel, Übergewicht bekommen. Tiere die sich hingegen viel bewegen können, bauen das überschüssige Fett im Futter schnell wieder ab und werden nur selten äußerlich sichtbar übergewichtig.

Allerdings führt eine Fütterung mit Trockenfutter nicht selten zu einer Fettleber - dieses Problem ist äußerlich nicht sichtbar, führt aber gerade bei Weibchen in der Zucht häufig zum Tod des Tieres.

Ein weitaus größeres Problem sind die Darmerkrankungen. So lange ein Kaninchen gesund ist und überwiegend gesund ernährt wird ist der Darm in der Lage sich zu regulieren und auch die Stärke- und Zuckermengen in schlechtem Trockenfutter zu verdauen. Wenn aber das Immunsystem der Tiere gestört ist, sie z.B. eine leichte Erkältung haben, dann nehmen die Coli Bakterien überhand, der Darm gerät in Ungleichgewicht und die Tiere bekommen Durchfall oder Blähungen. Viele mit minderwertigem Trockenfutter ernährte Tiere sterben an den Folgen des Durchfalls bei einer harmlosen Erkrankung. Um eine solche Fehlfunktion des Darmes auszulösen reichen schon kleine Mengen an Getreide und Melasse und eine verminderte Rohfaseraufnahme.

Im Handel gibt es vereinzelt auch schon Getreidefreies Trockenfutter für Kaninchen, wobei auch dort auf die Zusammensetzung geachtet werden sollte, denn Zucker gehört nicht in ein Tierfutter!

Ein gesundes Trockenfutter für Kaninchen besteht aus gepresstem Heu, getrockneten Kräutern, Obst und Gemüse.

Pellets verleihen dem Ganzen den Glauben, dass es gut für den Zahnabrieb ist, was aber nicht bewiesen ist, denn auch Pellets lösen sich durch den Speichel sofort auf (genauso wie trockenes Brot). Für alle, die aber auf die Trockenfütterung nicht verzichten wollen, ist dies eine gute Alternative!

 

Heu- mehr als nur trockenes Gras!

Das gesündeste und wichtigste Nahrungsmittel für Kaninchen wäre eine schöne Kräuterwiese. Kräuter und Gras enthalten alle Nährstoffe, die Kaninchen benötigen. Die enthaltene Rohfaser hält den Darm in Schwung und beim Zermahlen der Nahrung werden die Zähne durch die Rohfaser und enthaltene Kieselsäure optimal abgenutzt.

Heu hält den Darm in Schwung da es durch den hohen Rohfaseranteil in großen Mengen aufgenommen und wieder ausgeschieden wird, es nützt dem Zahnabrieb der Backenzähne wenn es zermahlen wird und es enthält, obwohl es getrocknet ist, viele Mineralien und Vitamine, darüber hinaus ist es ein gutes Beschäftigungsfutter. Heu muss immer zur freien Verfügung im Kaninchengehege vorhanden sein. Die Raufen müssen täglich geleert und neu befüllt werden, damit die Kaninchen aus dem vorhandenen Heu selektieren können. Auf keinen Fall dürfen die Kaninchen gezwungen werden, alle Bestandteile eines Heus zu fressen, denn dann würden sie auch minderwertige Bestandteile bis hin zu schädlichen Fressen. Es ist sehr wichtig, dass die Kaninchen beim Heu, genau wie auf einer Wildwiese, selektieren können und es ist völlig normal, wenn über 50 % des Heus nicht gefressen werden. Auch bei durchgehender Fütterung von frischem Gras- und Kräutern ist es sinnvoll, zusätzlich Heu anzubieten!

Wer auf dem Land lebt kann beim Bauern nachfragen ob er von dort sein Heu beziehen kann, dies ist günstiger und gesünder als das in Plastikfolie abgepackte aus dem Tiermarkt.

Wenn das Kaninchen kein Heu frisst liegt es meistens am Heu selbst, Heu muss leicht grünlich sein, aromatisch riechen und keinerlei Schimmel enthalten!!! Manchmal muss man eben mehrere Sorten ausprobieren bis man das Richtige gefunden hat. Meine Fellnasen fressen täglich mehrere Raufen voll Heu und hatten dadurch auch noch nie Zahnprobleme.

Da Kaninchen kein verschmutztes Heu fressen gibt es im Handel Heuraufen zu kaufen. Für meine Villa habe ich aus zwei Hanging Baskets (eigentlich für Blumenbepflanzung gedacht) die ich im Gartencenter gekauft hab einen großen Ball gebastelt und aufgehängt. Dadurch liegt das Heu nicht auf dem Boden und die Kaninchen müssen sich auch etwas strecken um ran zu kommen.

Wasser:

Kaninchen sollten stets Wasser zur Verfügung haben (auch bei Frischfütterung).

Ich habe die beste Erfahrung mit Trinkflaschen aus Glas gemacht, diese können auch mal in die Spülmaschine gesteckt werden, sodass sie wieder hygienisch sauber sind. Es gibt aber auch schon gute Plastikflaschen die spülmaschinenfest sind und bei denen im Winter durch den Frost auch keine Gefahr besteht, dass sie zerspringen. Schüsseln benutzen meine gerne als Spielwiese, dadurch verdreckt das Wasser schnell und ist nicht mehr genießbar.

Bei gesundheitlichen Störungen kann man auch gut verdünnten, lauwarmen Tee reichen, z. B. Kamille, Pfefferminz.Meine bekommen den Tee auch manchmal als Abwechslung angeboten, denn im Falle eines Falles sind sie dann schon dran gewöhnt.
 

Folgende Pflanzen dürfen auf keinen Fall auf dem Speiseplan der Kaninchen stehen, da

sie giftig sind!!!

  • Agave

  • Aronstab

  • Bilsenkraut

  • Christrose

  • Aloe Vera

  • Azalee

  • Bingelkraut

  • Christusdorn

  • Alpenveilchen

  • Bärenklau

  • Bohnen

  • Eibengewächse

  • Amaryllis

  • Bärlauch

  • Buchsbaum

  • Essigbaum

  • Anthurie

  • Berglorbeer

  • Buschwindröschen

  • Farne

  • Fingerhut

  • Hahnenfuss

  • Hyazinthe

  • Lilien

  • Geranien

  • Holunder

  • Kartoffelkraut

  • Maiglöckchen

  • Mistel

  • Osterglocke

  • Schachtelhalm

  • Tollkirsche

  • Narzissen

  • Primel

  • Schneeglöckchen

  • Wacholder

  • Oleander

  • Sauerklee

  • Stechapfel

 

Auch ich habe nicht alle giftigen Pflanzen im Kopf, das kann man auch nicht, es ist allerdings wichtig, dass man sich bei Unsicherheiten z.B im Internet schlau macht!

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